KRITIK

Ghost in the Cell

2026

Gesehen
15. Sept. 2026

So schlicht der Titel, so schräg wird hier zum Tanz ums Überleben gebeten (im wahrsten Sinne des Wortes) und das richtig überdreht. Denn in diesem Gefängnis macht (und mag) ein ziemlich unfreundlicher Geist definitiv keine (aggro) Gefangenen. Joko Anwar liefert hier eine wahre Wundertüte des Wahnsinns und zugleich womöglich auch sein bestes Werk ab: Einerseits spart er nicht mit sozial-politischer Kritik und zeigt zudem die Hilfslosigkeit aller, die in dem autoritären System gefangen sind, zugleich findet er auch immer wieder zwischenmenschlich-sensible Töne, bei dem Religion und kulturelle Traditionen der Story Gewicht verleihen. Aber vor allem wird ein eigenwilliger Genrefilm dargeboten, der zwischen blutrünstigen Kunstattraktionen und beknackten Komikausbrüchen bis hin zu Dance-und Martial-Arts Moves sich aber sowas von für keine Absurdität und Albernheit zu schade ist! Dabei schafft Anwar es, weitgehend die Waage zu halten zwischen Innehalten und den Irrsinn von der Leine zu lassen. Die nächste, makabre Idee lauert hinter jeder Ecke. Das ist (selbst)bewusst weder subtil, dafür noch mehr überzeichnet, definitiv auch nicht immer treffsicher, aber größtenteils geht die Mixtur aus Slapstick, Splatter und Satire mit spürbarer Freude bei der Inszenierung vom Feinsten auf. Ein großer, rabiater Spaß!

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