KRITIK

Hope

2026

Gesehen
16. Sept. 2026

Müsste ich von 'Hope' nur die erste Stunde bewerten, würde mein Urteil lauten: Geiles, brachiales Brett! Diese strotzt richtig vor Anspannung, Chaos, Energie und vermittelt mit der jederzeit dynamischen Kamera vor allem ein beklemmendes sowie unbehagliches Mittendrin Gefühl, auch da die Gefahr lange außerhalb des Bildes bleibt. Man sieht und spürt deutlich, wie viel Aufwand und Arbeit in die Kulissen und Gestaltung investiert wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt macht der Film fast alles mit immenser Intensität und Effektivität richtig.

Wenn die Katze dann aber aus dem Sack gelassen wird, scheiden sich die Geister, je nach Erwartungshaltung.

Ab da findet 'Hope' seinen anfänglichen, stabilen Rythmus nicht mehr wieder, vielmehr weiß man häufig nicht, ob man lachen oder mit dem Kopf schütteln soll bei dem Gezeigten.

Gefühlt ist beim CGI-Design der Bedrohung wohl das Budget ausgegangen, so bescheiden ist das neben dem hochwertigen Handwerk drumherum ausgefallen und vor allem wenn in rasender Bewegung, sieht es echt cheesy aus und trotzdem scheint es dem Film zu gefallen, es zunehmend zeigfreudiger durchs Bild springen zu lassen.

Selbst wenn von Na Hong-jin diese Vision beabsichtigt war, sich so auszutoben, ist es schwer zu begreifen, warum zum Kuckuck 160 Minuten dafür nötig sind. Gerade im letzten Drittel besteht das Werk im Grunde nur aus eintönigen mit doofen bis deplazierten Blödeleien und zahlreichen Zeitlupen versehenen Flucht-und Hetzpassagen nach wiederholendem Muster, bei dem die Logik häufig (zugunsten der Hauptfiguren) üble Aussetzer hat.

Irgendwie wollte der Film einfach nicht enden und tut es doch dann irgendwann plötzlich.

Eins ist sicher: Gleichgültigkeit hat hier keine Chance. Im Vergleich zu seinem letzten Film 'The Wailing' hat dort noch Aufbau, Balance, Humor wesentlich stimmiger gepasst. Ich müsste lügen, dass mich 'Hope' nicht unterhalten hätte, teils gewollt, teils ungewollt. Dieser eigenartige wie wilde Genre-Mix Ritt bleibt mir dennoch ein großes Rätsel.

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