Onslaught
2026
Universal Soldier Unfug als schräger Slow-Suspense-Slasher.
Nach Sharni Vinson ('You're Next'), Maika Monroe ('The Guest'), muss sich nun Adria Arjona als toughe Protagonistin gegen die (inlands produzierte) Gewalt erwehren, um das (Familien)Leben zu erhalten. Die "Story" um ein misslungenes Militärexperiment um modifizierte Supersoldaten ist so krude, präsentiert aber zugleich passend den abgründigen, amerikanischen Albtraum um nimmersatte Kriegsführung und ein Land, dass die Gefahr kennt und darin lebt.
Dabei ist 'Onslaught' im Grunde ein bekloppter Blödsinn. Es scheint, als ob Adam Wingard unzählige Ideen in den letzten Jahren in den Drehpausen seiner Blockbuster nebenbei gesammelt und mit Wahn-und Unsinn angereichert, in den Genre-Mixer geschmissen hat. Entsprechend passt hier nach einem wilden Intro nichts so richtig zusammen. Auf dem Papier nach einem ausufernden Brett klingend, tritt Wingard dafür zu oft auf die Bremse, u.a. mit Rückblenden und Erklärungen, die man sich hätte sparen können. Lässt an fast jeder Ecke Potenzial liegen und kommt niemals in Sachen Eskalation ausreichend in die Puschen. Daher (mit der falschen Herangehensweise) als reiner Actionfilm nicht zu gebrauchen.
Der Cast hinter Arjona zudem fast schon leichtfertig verschwendet bis dermaßen überzogen an der Schwelle zur Peinlichkeit. Ein nicht wiederzuerkennender Dan Stevens als diabolischer Nazi-Wissenschaftler könnte glatt aus einem Wolfenstein Universum entsprungen sein, Drew Starkey als Regierungs-Cleaner im Drogenrausch torkelt eigentlich auch nur durch die Gegend, während Rebecca Hall gefühlt nur anwesend war, um ihren Scheck abzuholen. Dafür schön Michael Biehn (in einer wenn auch banalen Nebenrolle) wieder zu sehen, woher Wingard den auch rausgekramt hat.
Aber: So affig-absurd 'Onslaught' auch erscheinen mag, versteht er sich besser als finsterer Home-Invasion Thriller mit Horroreinschlag und 80er Hommage, der statt rasant, (v.a. im Finale) reduziert zu Werke geht und darin herrlich effektiv ist! Wenn in Neonfarben-getränkten Räumen oder unterm Nachthimmel und zwischen Nebelschwaden die blutrünstige Berserker-Brut mit leuchtenden Augen von der Leine gelassen wird, dann hat das audiovisuell wie atmosphärisch eine nicht zu unterschätzende, eindringliche Wucht, getragen von einem genialen (Synthesizer)Soundtrack! Der Fokus liegt deutlich erst auf die Bedrohung, dann auf die Belagerung: John Carpenter und ein Hauch von Terminator lassen grüßen. Das scheppernde Sounddesign ist außerdem in den besten Momenten brachial beeindruckend!
Auch wenn der Film ein großes Rätsel ist, der eigentlich nicht funktionieren kann, schätze ich sehr, wie selbstbewusst Adam Wingard sein hanebüchenes Projekt durchzieht, gespickt mit hemmungslosen Einfällen (Höhepunkt die BBQ Szene). Manchmal mehr gewollt als gekonnt, unterläuft Erwartungen, ob frech oder faul bleibt eine andere Frage, zögert u.a. die Konfrontation mit dem unkontrollierten Grauen (bisle zu lang) reizvoll raus, aber steht zu seinem übergeschnappten Trash-wie Trollfilm mit einer Ehrlichkeit, die selten geworden ist und grad deswegen sympathisch anmutet. Leider geil.